Vier Pfoten und ein Zuhause

Pflegestelle

Hi ihr Lieben!

Ich hatte Euch ja vor ein paar Wochen erzählt das unser geliebter „Carter“ mit 19 Jahren gestorben ist und er für uns wie unser Kind war. Auch heute, 3 Monate später, haben wir es immer noch nicht verkraftet und vermissen ihn schmerzlich.

Lange haben wir überlegt ob für uns ein neuer Vierbeiner in Frage kommt und anfangs lautete unsere Antwort: Nein!

Doch schon seit 2-3 Wochen merken wir das uns etwas fehlt. Uns fehlt ein Wesen das miaut wenn es hungrig ist, das gestreichelt werden möchte oder das Stoffmäuschen oder einem Ball hinterher jagen will. Um es ganz einfach zu sagen: Uns fehlt ein Kater oder eine Katze. Wir sind es 11 Jahre lang Tag und Nacht gewohnt gewesen das uns jemand erwartet wenn wir nach Hause kommen, jemand der einfach da ist, wir für ihn und er für uns.

Es war für uns also beschlossene Sache das wir einen neuen Maunzer haben möchten. Uns ist/war egal wie welche Rasse, wie alt, wie groß oder klein. Es muss einfach passen haben wir uns gesagt. Wir haben dann mit Bekannten, die im Tierschutzverein tätig sind, darüber gesprochen und sie fragten uns was denn wäre, wenn wir als Pflegestelle fungieren würden.

Pflegestelle?

Das erklär mir mal bitte genauer. Ganz einfach: Als Pflegestelle nimmst du ein Tier (in unserem Fall eine Katze oder einen Kater) auf, das sein Zuhause verlassen musste, aus welchem Grund auch immer, oder das ohne Besitzer ist und kümmerst dich darum. Das heißt du nimmst es bei dir auf, umsorgst es und beschäftigst dich damit. Heißt im Klartext, du schenkst ihm ein schönes (vorübergehendes) Zuhause in dem es sich wohl- und geborgen fühlt. Dir muss natürlich klar sein dass das Tier auch krank sein kann, schon sehr alt ist oder ein Handicap hat.

Das Tier lebt also erstmal bei dir, während der Tierschutzverein ein geeignetes Zuhause sucht, in dem das Tier dann später kommt. Es wird aber nicht irgendein Zuhause gesucht, sondern schon eines das gewissen Statuten des Tierschutzvereins, gerecht ist. Bedeutet, der Verein schaut genau wo das Tier hinkäme, schaut sich die neuen potenziellen Besitzer ganz genau an. Er gibt also nicht einfach „den Leuten“ das Tier mit und sagt: Hier hast es und Tschüss! Nein der Verein achtet gewissenhaft darauf dass, das Tier in ein gutes Zuhause kommt und auch seine Besitzer geeignet und vertrauensvoll sind.

Sollte es der Fall sein das du ein Tier in Pflege hast wo du sagst das möchte ich aber gerne selbst behalten und nicht mehr abgeben, ist das auch möglich. Du gibst dann die Pflegestelle auf und wirst halt dann Mama oder Papa dieses Tieres 🙂 *ganz salopp gesagt*.

Im Grunde kann man in einem kurzen Satz sagen: Du gibst einem armen Tier ein wohliges und schönes Zuhause, entweder auf Zeit bis es vermittelt wird, oder aber für immer. Und das ist eine ganz tolle Sache finde ich.

Mein Mann und ich mussten da nicht lange überlegen, wir haben direkt gesagt das wir gerne als Pflegestelle tätig sein möchten. Das ganze ist natürlich ehrenamtlich, sowie der komplette Tierschutzverein. Er finanziert sich durch Spenden, egal ob finanzieller Natur oder aber eben z.B. durch Futterspenden.

Unsere Bekannten haben uns gesagt es kann passieren das es schnell geht, das wir einen Kater oder eine Katze zur Pflege bekommen, es kann aber auch vielleicht Monate dauern. Das kann man vorher nie sagen. Uns ist es egal wie lange es dauert. Wir sind da wenn es soweit ist, egal wann es ist. Und heute war es dann tatsächlich schon soweit, nach genau einer Woche die wir als Pflegestelle gelistet sind. Wir bekamen heute unser erstes „Pflegekind“.

Der Kater kommt leider aus sehr schlechten Verhältnissen, wurde vom Tierarzt vorher durchgecheckt und ist jetzt bei uns. Mal schauen wie er sich in den nächsten Tagen entwickelt 🙂 Wie lange er hier bei uns bleibt wissen wir nicht, das kann man vorher nie wissen, aber das macht nichts. Wir freuen uns einfach das wir uns um ihn kümmern können und ihm wenigstens für eine gewisse Zeit, bei uns ein schönes Zuhause geben können.

Ich muss sagen das ich am Anfang Angst hatte, das wir das nicht packen, wenn ein neuer Kater bei uns einzieht, aber erstaunlicher Weise ist es total anders. Ich bin froh das wir gesagt haben das wir eine Pflegestelle sein möchten. Es tut gut Tieren zu helfen, egal welche es sind. Tiere sind hilflose Geschöpfe die manchmal eben nicht ohne unsere Hilfe überleben würden und ich finde es total toll das es solche Tierschutzvereine gibt die sich um diese Tiere kümmert.

Daumen hoch dafür!!!

Liebe Grüße

Martina

Kommentare

  1. Sabine Kettschau

    Hut ab!
    Aus der Erfahrung aus nächster Nähe weiß ich einfach, dass ich das nicht könnte. Mein ganzes Herzblut an so ein Schätzelein schenken, aufpäppeln und dann wird es abgeholt… Den Gedanken hatten wir damals und ich war Tante, als meine Freundin das ausprobiert hat und eine Katze in Pflege genommen hat. Das war HORROR!

    Nachdem unser Douglas vor fast 5 Jahren (unfassbar!) ging, wollte ich nicht mehr. Ich hab gedacht, ich kann das nicht noch mal, noch mal alles von vorne…und dann kam unser Wallee, auf Drängen meines Mannes und ich bin heute, wo der Muckelmann fast 4 ist, mehr als glücklich, unser Herzenskater 😉

    Und mittlerweile ist klar, wir werden nie mehr ohne Kater sein 🙂

    Ich wünsche Euch eine schöne Zeit mit Eurem Pflegekaterchen und wer weiß… 😉

    Liebst
    Bine

  2. Tati

    Huhu Martina,

    ganz toll finde ich das! Wie schön, dass es solche Menschen wie euch gibt, die ihre Hilfe anbieten. Das rechne ich euch ganz hoch an. Wir können leider aufgrund der Tierhaarallergie meines Mannes keine Katze zu uns nehmen. Ich hatte früher immer Katzen um mich herum und ich liebe sie! 🙂

    Herzliche Grüße -Tati

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